Sergej Rube
Sergej ist Softwareentwickler und Geschäftsführer von codeunity
28.08.2025 | 5 min Lesezeit
Das Highlight des Tages bei uns ist das Mittagessen. Morgens bevor es 10 Uhr schlägt, heißt es meist: "Was gibt's heut?" Es strömen einige Vorschläge ein. Falls kein Vorschlag zur Hand liegt, wird in Notion nachgeschaut. Dort werden unsere Lieblingsgerichte gepflegt. Ziel ist es diese Frage innerhalb einer Minute zu beantworten. Heute kauft Daniel ein und Felix kocht. Abräumen machen 2-3 Personen die random loslegen. Aber wie kamen wir dahin und warum machen wir das?
Früher waren wir meist bei einem Bäcker vor Ort, haben einen Döner geholt oder sind zu einem Mittagstisch gefahren. Das war nicht nur zeitaufwendig, sondern auch einseitig. Das Anstehen und Warten von 6-8 Personen mit Fahrt und Essenszeit nahm dann meist mehr als eine Stunde ein und auf Dauer nicht ganz günstig. Irgendwann hat man den Leberkäse, die Pizza oder den Salat zu oft gegessen. Der Vorschlag kam auf: Lass uns gemeinsam kochen. Das passierte als ich gerade im Urlaub war. Als ich zurückkam, hatten wir schon eine neue Essenskultur. Ich war begeistert.
Natürlich bringt das Kochen für so viele Personen auch Schwierigkeiten mit sich. Man muss manchmal zwei Pfannen, einen Topf und den Backofen verwenden. Und nebenher noch schnibbeln. Aber der Vorteil liegt auf der Hand: Ein bis zwei Personen die etwas mehr Aufwand haben und viele können davon profitieren. Anstatt im Auto zu sitzen und etwas zu suchen, kann der Großteil des Teams einfach weiter arbeiten bis es irgendwann laut zu hören ist: "Mangiaareee". Wobei jeder hier seine eigene Art hat das Essen anzukündigen. (Vielleicht gibt es hierzu noch eine Instareihe).
In der Regel versammeln sich alle recht zügig am Esstisch. Es gibt aber doch noch den ein oder anderen der es nicht sofort schafft sich dem Code zu entziehen. Anyway wir starten. "Braucht jemand ein Getränk?", "Ich bin heut der Schöpfer." hört man zwischen den rückenden Stühlen und dem Duft des frisch gekochten Essens. In der Regel schöpft einer für alle und man startet gemeinsam.
Wenn dann alle sitzen und essen bietet sich die Gelegenheit für Christoph ein paar Wortwitze loszulassen, da in dem Moment keiner flüchten kann. Naja. Wir halten es aus 😅. Es gibt einen Übergang zu gepflegten Gesprächen, die wiederum innerhalb von Sekunden in heftigen "non-sense" kippen und mit viel Gelächter begleitet werden. Manchmal nutzt auch Michael die Chance und bringt ein paar Schätzfragen aus der Zeitschrift brand eins: Die Welt in Zahlen. Wenn wir auch dies überstanden haben, wird der Tisch abgeräumt. Meist von denen die nicht gekocht haben. Die Kosten fürs Essen werden aufgeteilt. Wir nutzen Settle Up. Um ein paar Zahlen á la brand eins in den Raum zu werfen:
Mittagessen in Settle Up 2023… … Geld, das dafür ausgegeben wurde ……………………………. 3.192,80€ Mittagessen in Settle Up 2024… … Geld, das dafür ausgegeben wurde ……………………………. 5.039,31€
Uns sind Gemeinschaft und gutes Essen wichtig. Um diese Dinge miteinander zu verknüpfen haben wir ein paar Maßnahmen ergriffen die das Ganze ermöglichen.
Wir haben einen Esstisch für 10 Personen besorgt.
Die Küche wurde so eingerichtet und ausgerüstet, dass nahezu alles, was in einem normalen Haushalt vorhanden ist, auch im Büro vorhanden ist. Wenn man alles da hat, gibt es keine Ausreden. Wenn man gute Messer, gute Töpfe und genügend Besteck da hat, macht es auch Spaß zu kochen.
Anfangs dauerte die Entscheidungsfindung lange. Einige waren vertieft im Code oder in einem Meeting und wollten in dem Moment nicht die Verantwortung übernehmen. In einer Retro haben wir uns die Frage gestellt, welche Maßnahme uns 1% effektiver macht. Alle Anwesenden haben Karten mit: "Schneller entscheiden, was es zu essen gibt" erstellt. Daher unsere Action: "Morgens um 9 Uhr, innerhalb einer Minute, entscheiden was wir kochen". Und es funktioniert.
Wir haben mittlerweile alle Unverträglichkeiten am Start, die es so geben kann. Somit ist es nicht so einfach, für alle das gleiche zu kochen. Meist werden die Gerichte als vegetarische Basis zubereitet und wer möchte, kann Fleisch dazu tun. Nudeln können dann als glutenfreie Variante und als normale Variante gekocht werden. Das war anfangs nicht einfach, jedoch wirklich möglich, wenn man es probiert. Auch werden nun Sachen gegessen, die man zuvor nicht gegessen hat. Viele der Inspirationen aus dem Büro werden zu Hause nachgekocht.
Die größte Herausforderung besteht darin, solche großen Mengen zu kochen. Die meisten können gut für 1-2 Personen kochen. Für 8-10 wird es schwer. Doch wir lernen hier dazu, wissen aber auch, dass es bei mehr Personen eventuell nicht mehr in der Art und Weise möglich sein wird. Wir sind jedoch guter Dinge auch hier eine gute Lösung zu finden.
Gemeinsam kochen ist schön. Gemeinsam essen ist noch schöner. Für uns ist das ein echter Gewinn mit viel Spaß. Natürlich ist man auch mal genervt davon. Aber wenn man dann sieht, mit wie wenig Aufwand 1-2 Personen das Essen für 8-10 Personen in gesunder Weise vorbereiten können, lohnt sich das alle Mal. Es ist bei uns nicht mehr wegzudenken und ich bin gespannt, was sonst noch eingeführt wird, wenn ich mal wieder im Urlaub bin.